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Reisebericht Annette 2013

Ende Juni 2013 begann mein zweiter achtwöchiger Aufenthalt in Wikondiek (Süd-West-Kenia).

Ich hatte mir vorgenommen, mich von der Nachhaltigkeit der angestoßenen Projekte des letzten Jahres zu überzeugen.

2012 hatte sich eine Witwengruppe gebildet. Die Frauen wollten sich untereinander Handarbeitstechniken beibringen, um damit ihren Lebensunterhalt zu verbessern. Sie hatten sich für das Häkeln von Taschen aus Plastikresten entschieden. Die Technik haben sie in der Zwischenzeit deutlich verbessert. Auf Bestellung werden auch Hüte, Untersetzer und Taschen aller Größen und Ausführungen angefertigt.

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Sie waren sogar schon auf einer Ausstellung für Kunsthandwerk mit ihren Arbeiten. Aus den investierten 60 Euro für die Materialbeschaffung, war nun eine gute Einnahmequelle für die Frauen entstanden.

Als Gruppe baten sie sich in diesem Jahr um die Finanzierung eines Hühnerstalls, um mit Hilfe von Hühnerzucht weitere Einnahmen zur Finanzierung ihres täglichen Lebens zu erwirtschaften. Innerhalb von nur 1 Woche konnte ein Stall errichtet werden, der mit 50 Hühnern "belebt" wurde. (s. Projekte)

 

Das zweite Projekt war eine Vorschule, die im letzten Sommer von einer Gruppe junger Männer geplant wurde. Sie hatten Räume gemietet und 20 Stühle geschenkt bekommen. Da sie die Schule durch Hühnerzucht finanzieren wollten, hatte ich sie dabei ein wenig unterstützt. Allerdings mußten sie im Laufe der Zeit feststellen, dass Eierverkauf dafür nicht reicht.

 

Im September hatten sie mit zwölf Kindern und einem Lehrer begonnen, inzwischen sind es 103 Kinder, vier Lehrkräfte und eine Köchin, die in den vier Räumen à 12 m² arbeiten. Die Kinder verteilen sich auf fünf Klassenstufen, es gibt weiterhin nur 20 Stühle, ein paar Bänke und der Rest sitzt auf dem Boden. Aber sie sind alle fleißig bei der Sache.

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In den Pausen haben wir alle gemeinsam Kreisspiele gemacht, bei denen wir uns auch auf den Boden warfen. Dass selbst die Lehrerinnen mitmachten, hat die Kinder am meisten gefreut.

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Außer den Lernspielen, die ich noch im letzten Jahr geschickt hatte, gibt es kein Lehrmaterial. Von den 20 kleinen Märchenbüchern, die ich dieses Mal gekauft habe, waren alle begeistert.

 

Da die Eltern der Umgebung den guten Unterricht schätzen, werden es laufend mehr Kinder. Es wäre schön, dieser wachsenden Schule eigene Räume zur Verfügung stellen zu können, damit sie sich weiterentwickeln kann.

 

Dieses Jahr fand ein Nachtreffen des letzten Massagekurses statt, zu dem fast alle Teilnehmer gekommen waren. Manche erzählten, dass sie im Familienkreis ihr Wissen anwenden konnten.

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Die Bücherei der weiterführenden Schule (im folgenden: Secondary School) hat inzwischen Fensterscheiben bekommen. Der Raum wurde gestrichen und umgeräumt, so dass er jetzt als Klassenraum genutzt werden kann. Das neue Regal scheint rege genutzt zu werden.

 

In der Medizinstation durfte ich wieder den gleichen Raum für Behandlungen nutzen. Inzwischen sind dort zwei Krankenschwestern tätig, die die Gemeinde untersuchen und mit Medikamenten versorgen, sofern sie verfügbar sind.

Es gab noch die Behandlungsbank, aber leider waren die Bilder von den Wänden abgenommen worden. Dienstags behandelte ich die Patienten in der Station, an den anderen Tagen bei ihnen zu Hause. 

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Leider war in den ersten vier Wochen meines Aufenthaltes ein Lehrerstreik, so dass die Schüler aus Nyaburi nach Hause geschickt wurden. Erst danach konnte ich wieder regelmäßig dorthin fahren, um mit Michael und Bernard (den beiden Physiotherapeuten) gemeinsam zu behandeln.

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Diesmal zeigten sie mir auch das nahegelegene Krankenhaus und den dort angestellten Physiotherapeuten. Die räumlichen Arbeitsbedingungen erschütterten mich sehr. Auch ist er allein für die 190 Patienten zuständig, während in Deutschland ein Physiotherapeut ungefähr 30 Patienten betreut.

 

In diesem Jahr konnte ich auch die restlichen Familien der Schüler besuchen, welche wir sponsern. Die Anfahrtswege auf dem piki piki (einem Motorradtaxi) waren teilweise sehr lang. Ich lernte eine Großfamilie kennen, die aus fünf Großmüttern, fünf Müttern und diversen Kindern besteht. In den meisten Familien gibt es nur noch ein Elternteil. Häufig leben Kinder auch bei einem anderen Verwandten. In allen Familien habe ich sehr viel Dankbarkeit erfahren.

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Bei diesem Besuch konnte ich erfreut feststellen, dass die angestoßenen Projekte zu viel Eigenaktivität geführt hatten. Es entstand gemeinsam mit den Lehrkräften der neuen Vorschule und einigen Dorfbewohnern die Idee, sowohl vor Ort als auch in Deutschland einen Verein zu gründen. Diese sollen dann das Ziel haben, gemeinsam den Traum einer "richtigen" Schule verwirklichen zu können. Um diesen Weg zu begleiten, werde ich wohl von jetzt an jedes Jahr nach Kenia reisen.

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Neuigkeiten

 

In Kenia sind die Einschreibungen für das neue Schuljahr in vollem Gange. Wir suchen dringend noch Sponsoren!

Schulgeldpatenschaft

 

Unser nächstes Treffen in Lübeck wird erst im neuen Jahr stattfinden.

Wir wünschen allen eine schöne Adventszeit und ein frohes Fest!

 

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